Arma Hobyb 1:72
Nakajima Ki-43 II "Hayabusa"
71. Sentai
1944


von Arne Goethe

2024


Die Ki-43 spiegelt exemplarisch die Situation der japanischen Luftfahrtindustrie im WK2 wieder. Die Ki-43 war als direkter Nachfolger der Ki-27 geplant und ihre ganze Grundkonzeption fußte direkt auf der Ki-27, vor allem der Tragflügel.
Die Ki-27 war überaus erfolgreich, zusammen mit dem Gegenstück A5M der Marine stellte sie das dar, was japanische Piloten und Militärs von einem Jäger erwarteten: Wendig, Wendig, Wendig! - alles Andere: Nebensache.
Damit war man auch erfolgreich und mit den Leistungen dieser Jäger über China, am Chalin Gol und selbst 1941 bei den Eroberungen in Südostasien zufrieden.
Aber, insgesamt hinkten diese Muster dem internationalen Trend hinterher. Flaschenhals im gesamten Flugzeugbau bis zum Ende des WK2 war die mangelnde Leistungsfähigkeit der Motoren. Kompensiert wurde das immer mit Leichtbauweise, zudem die Japaner übersteigerten Wert auf Wendigkeit legten.
Der Nachfolger sollte ein Einziehfahrwerk erhalten und wenigstens ein 12,7mm MG neben dem 7.9mm MG erhalten. Bei 500km/h Vmax sollte das Flugzeug noch genauso wendig sein wie die Ki-27. Das war die Anforderung der japanischen Armee 1938! - da schon völlig veraltet.
Der Erstflug erfolgte 1939 und enttäuschte auf ganzer Linie: weniger wendig als die Ki-27, kaum schneller und die 12,7mm MG machten schwere Probleme. Die Ki-43-I welche ab 1941 zum Einsatz kamen machten auch im Einsatz viele Probleme. Die Struktur der extremen Leichtbauweise war zu schwach, Die Bewaffnung unzuverlässig - die Piloten waren nicht zufrieden mit dem neuen Muster.
Es war nicht die Hayabusa selber und direkt die ihr schließlich zum guten Ruf und vielen Luftsiegen verhalfen. Es war die Fehleinschätzung und auch anfängliche Überheblichkeit ihrer Gegner, die den anfangs sehr gut ausgebildeten und auch erfahrenen japanischen Piloten auf der Ki-43 erfolgreich sein lies. Überhaupt brauchten die Allierten anfangs eine Weile um überhaupt zu erkennen das es sich hier nicht um die "Zero" der Marine handelte.
Die Ki-43 brauchte dringend Verbesserung. Ein etwas stärkerer Motor, verstärkte Struktur und diverse kleinere Änderungen wie etwas minimalen Panzerschutz und selbstdichtende Tanks führten zur Ki-43-II. Dieses Muster kam Ende 1942 zur Truppe und galt nun als ausgereift und Betriebssicher.
Aber, ihre Gegner waren nun auch noch besser geworden. Statt mit Buffalos, Blenheims und Hurricanes bekam es die Ki-43 nun mit Thunderbolt, B-24, B-25 und Lightning zu tun - und besseren, erfahreneren Piloten die nun auch die Schwächen der Ki-43 kannten. Obwohl Japans Industrie immer wieder neue und leistungsfähigere Muster entwarf, reichten die Kapazitäten nicht um diese in größeren Stückzahlen zu liefern.
Das Ergebnis war, das die Ki-43 bis zum Kriegsende produziert wurde. Letzte Variante war die Ki-43-III mit nochmals etwas stärkeren Motor. Die Hayabusa war mit ca. 5000 Exemplaren nach der Zero mit ca. 10000 Exemplaren eines der wichtigsten und bekanntesten Jäger Japans im WK2.
Interessant und erstaunlich:
Nach japanischen Angaben war es nicht die doppelt so viel gebaute, bessere und berühmtere Zero welche die meisten Abschüsse für sich beanspruchte. Es war die "Hayabusa" welche die Abschussliste aller japanischer Typen anführte!

Arma Hobby hat sich der Ki-43 gewidmet und die Erwartungen sind bei diesem Hersteller recht groß. Auf den ersten Blick wirkt der Bausatz sehr übersichtlich und völlig unaufgeregt. Sofort auffallend ist die deutliche Fischhaut am SLW, ein generelles Problem dieses Werkzeuges. Die Hinterkanten der Flächen sind leider nicht einteilig, dafür aber sehr dünn ausgeführt. Hier muss man bei der Montage sehr vorsichtig zu Werke gehen. Die Passgenauigkeit ist überall sehr gut, Spachtel ist kaum bis gar nicht nötig. Das Cockpit ist gut detailliert, hier wurde lediglich der Sitz durch ein 3D-Druckteil ersetzt. Alle Oberflächen wurden mit dem Rändelrad "nachgenietet". Ebenfalls durch 3D-Druckteile ersetzt wurden der Motor sowie Cowling und deren Klappen. Nicht etwa, weil die Bausatzteile Fehler aufweisen, sondern um die geöffneten Cowlingklappen darstellen zu können. Der Bausatz orientiert sich generell sehr genau am Original und ist auch gut recherchiert. So finden selbst dii unterschiedlichen, Versionsbedingten Auspuffsammelrohre. Das ArmaHobby anspruchsvolle Spritzgusstechnik beherrscht, zeigt sich auch an den typisch japanischen filigranen Fahrwerksbeinen. Lackiert wurde mit Alclad2 und Farben von Gunze. Bis auf das Emblem und der Nummer am SLW wurde alles lackiert. Mein Modell zeigt die "Rote 17" der 71. Sentai von 1944 dar. Die weisen Flächen um die Hinomarus zeigen die Zugehörigkeit zur Heimatverteidigung an.

Alles in allem ein wirklich schöner Bausatz, auch wenn er auf den ersten Blick gar nicht so wirkt. Arma Hobby bringt damit qualitativ die beste 72er "Hayabusa" auf den Basteltisch.

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