Auf dem finnischen Fliegerhorst und Regionalflugplatz in Tikkakoski, unweit der mittelfinnischen Stadt Jyväskylä, befindet sich das Finnische Luftwaffenmuseum. Die Ausschilderung ist gut und das Museum befindet sich, nur durch die Startbahn getrennt, genau gegenüber dem Terminal. Wer Glück hat kann sich auch anhand der startenden F-18 oder Regionalflieger orientieren. Die Öffnungszeiten richten sich nach der Jahreszeit, so wird in den Wintermonaten vom 16. August bis 31 Mai von 11:00 Uhr-17:00 Uhr und im Sommer vom 1. Juni bis 15. August von 10:00 Uhr- 18:00 Uhr täglich geöffnet.
Hinein geht es vorbei an der MiG 17 in einer etwas fragwürdigen Phantasiebemalung, was unumgänglich gleich etwas Misstrauen gegen über den restlichen Exponaten erweckt.Vorbei an einigen Modellbausätzen, Büchern, Patches und T-Shirts sowie der Kaffeebar, erhält man durch die Entrichtung von 6.- Euro den Zugang in die sehr durchdachte und saubere Ausstellungshalle und alle Skepsis ist im Nu verflogen.
Im Uhrzeigersinn erhält man genau gestaffelt, vom Beginn der finnischen Militärluftfahrt bis heute, einen Einblick in die Geschichte der "Suomen Ilmavoimat" (Finnische Luftwaffe). Geht man die Empore hinauf ergibt sich nicht nur ein toller Blick auf die Oberseite so manchen Flugzeuges, sondern es erwarten einen ca. 400 schön gebaute Modelle in verschiedenen Maßstäben. Besonders die Dioramen können einen einige Zeit fesseln und von den Originalfliegern ablenken. Reißt man sich nun aber dennoch los, ermöglicht die Brücke zur anderen Seite der Halle sagenhafte Perspektiven.
Auch wenn jeder durch verschiedene Interessen seine eigenen "Highlights" entdecken wird, so ist die erst kürzlich hervorragend restaurierte Bristol Blenheim Mk. IV das unumstrittene Prunkstück. Was durch die extra freizügige Ausstellungsfläche unterstrichen wird und einem nahezu jeden Blickwinkel erlaubt.
Nicht nur an der Klasse wiederhergestellten Blenheim sieht man das die Mitarbeiter und freiwilligen Helfer sehr engagiert ans Werk gehen, so dass auch andere Museen ihre Exponate in Tikkakoski aufarbeiten lassen. Gerade wird z.B. eine Brewster B-239 "Buffalo" vom National Museum of Naval Aviation in Pensacola/Florida wieder chic gemacht. Wer nun noch weitere Informationen über die Originale sammeln will oder eine spezielle Suche verfolgt, kann in der Bücherei mit ihren über 60000Bildern und zahlreichen Büchern, Magazinen und Zeichnungen fast grenzenlos stöbern. Außerhalb der Halle stehen abgesehen von der bunten MiG 17 noch zwei Saab "Draken", eine Folland "Ganet" auf einem Sockel sowie 3 MiG-21.
Wenn jetzt Jyväskylä selbst nicht sehr viele Sehenswürdigkeiten bietet und einem die ca. 280km von Helsinki aus mit dem Auto zu lange dauern, so besteht noch die Möglichkeit mit dem Flieger direkt anzureisen. Bei einem Finnlandaufenthalt gehört für einen Fliegerfan dieses Museum jedenfalls dazu und vielleicht verbringt man seinen Familienurlaub ja im nicht so weit entfernten Himus-Center bei Jämsä? Was einem außer den schönen Seen, Blockhütten und Skipisten auch noch die Möglichkeit gibt, die kleine Luftfahrtausstellung am Fliegerhorst und Patria-Werk in Halli zu besuchen.
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