11. Modellbauausstellung
Flugwerk Oberschleißheim

28.02.2009 - 01.03.2009

Bilder Bernhard Pethe, Rolf Seyfried, Kai Röther
Text Kai Röther


Der Ausstellung in Oberschleißheim eilt ein sehr guter Ruf voraus, den auch ich schon mehrere Jahre vernahm. Nur schaffte ich es bisher nicht, dort mal hinzufahren. Das sollte sich dieses Jahr ändern. Der Terminkalender hatte keine relevanten Einwände und ein geeignetes Modell war auch fertiggestellt. Also packte ich meine sieben Sachen und machte mich auf den Weg in den "sonnigen Süden". Wie viel Wahrheit doch in diesem Spruch stecken kann, sollte ich später noch merken.

Pünktlich eine halbe Stunde vor Ausstellungsbeginn betrat ich die alte Halle der Flugwerk Oberschleißheim .. und war beeindruckt. Die Ausstellungsberichte der vergangenen Jahre waren mir zwar geläufig, aber es selbst zu erleben ist noch einmal etwas anderes. Das Flair seine Modelle zwischen originalem, historischem Fluggerät aufzubauen ist schon ein ganz besonderes. Aber zum Aufbauen musste ich erst mal zu unserem Stand, und der befand sich ziemlich genau diagonal am anderen Ende des sich auf mehrere Gebäude verteilenden Museums. So bekam ich auf dem Weg dorthin schon mal eine Schnellbesohlung in Sachen "Museum Flugwerk Oberschleißheim" durch Maik, der mich am Anmeldetisch aufgabelte. Am Ende des Anmarsches war man schon emsig am Aufbauen. Rolf und Bernhard hatten alle Hände voll zu tun, ihre Flieger und Helis auf der noch recht großzügigen Tischfläche zu verteilen. Hervorzuheben ist die erhöhte Präsentation von Rolf. So kann man ganz bequem stehend die Modelle betrachten, ohne Gefahr zu laufen, sich einen Hexenschuss einzufangen.


Anlaufpunkt für so manchen FF'ler

Ein kurzes "Hallo", Aufbauen und dann ging es auch schon auf die erste Besichtigungstour. Mit mal schnell einen Überblick verschaffen war nicht viel, das weiträumige Gelände und die vielen, überall verteilten Aussteller ließen das Ganze dann doch zu einer handfesten Wanderung werden. Zwischendurch wurden die Modelle für den Wettbewerb eingecheckt, was einen ersten Eindruck von den Spitzenmodellen dieses Wochenendes vermittelte. Ins Auge stach sofort die "aufgebockte MiG-21 bis" von Kay Koglin (1:48), der Meister hat's krachen lassen - Modellbau vom Feinsten, was er da gezaubert hat. Rolf reichte sein Diorama "Bella Italia" (Ju 88 C-6), Bernhard seine CH-37 "Mojave" und ich "MiG-21 F13" ein, alles in 1:72. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, konnte die Wanderung wieder aufgenommen werden. Ein Teil des Obergeschosses war für Händler vorgesehen, bei denen schon mächtig Andrang herrschte. Im anderen Teil waren viele schöne und auch skurrile Modelle zu sehen. Zum Beispiel das Modell eines eisenbahnverlasteten Panzers, dessen Turm aus einem Schlachtschiff-Geschützturm bestand. Interessant war der Stand eines Figurenbauers, der in Handarbeit das Thema "Waterworld" (der Film) weiterentwickelte. Die Figuren waren sehr detailliert und wirkten sehr lebendig, allesamt kleine Kunstwerke. Der PMC Saar hatte ebenfalls einen Stand und war bestückt mit Modellen, die bereits im Web und in den Medien zu sehen waren. Live wirken sie natürlich noch besser. Beeindruckt hat mich ein Stand mit Flugzeugmodellen in 1:144. Was hier von den Könnern inzwischen an Originaltreue angestrebt und auch erreicht wird, ist schon erstaunlich.
Man könnte jetzt noch seitenweise Stände und Modellbauer aufzählen, z.B. begeisterte die IGPM-Stuttgart mit herrlichen Modellen von Jets in 48 und und ...
Die Hallen waren voll mit Ausstellern und die ausgestellten Modelle auf einem sehr hohen Niveau. Die ganze Palette des Plastikmodellbaus wurde geboten, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf Luftfahrzeugen lag, was mir sehr entgegen kam.

Gemischtes

Maßstab 1:144

Maßstab 1:72

Maßstab 1:48

Dioramen

Angesagt war das erste Frühlingswochenende mit viel Sonne. Die Herren Meteorologen irrten nicht, den ganzen Tag schien die Sonne .. und unser Stand befand sich direkt an der Glasfront. Gut das unsere Vereinskleidung kurzärmlig ist und Rolf für standesgemäße Abkühlung sorgte.


Am späten Nachmittag wurde die Auswertung des Wettbewerbes durchgeführt. Rolf belegte bei den Dioramen den zweiten Platz, Bernhard in der Klasse "Fluggeräte in 1:72" den zweiten Platz und ich konnte in der selben Klasse den dritten Platz erringen. Drei Modelle im Wettbewerb, drei Platzierungen, mehr geht fast nicht.

Am Abend stand der Besuch eines zünftigen bajuwarischen Wirtshauses an, bei dem gut (hier im Sinne von reichlich) gegessen, geklönt, auf die Schippe genommen und gefachsimpelt wurde. Viel Spaß hatten wir mit den Jungs von der Saar, die auch dankenswerter Weise für unsere sichere Heimkehr in der Nacht sorgten. Rundum, es war ein wirklich lustiger und gelungener Abend.

Am nächsten Morgen sollte dann die Kamera endlich zum Einsatz kommen. Regional bedingt, drehte sich quasi bis 11:00 Uhr kein Rädchen. Besucher waren nur in verschwindend geringer Anzahl auszumachen, und der Verkauf (ob beim Händler oder vom Modellbaukollegen) kam zum Erliegen - die beste Gelegenheit den eigenen fotografischen Rundgang eines kommenden Projektes durchzuführen. Das Objekt der Begierde (MiG-23 BN) stand auf Armeslänge schräg hinter uns. Man konnte in aller Ruhe alles ablichten, was man für wichtig hielt.


Sieger in der Klasse der Dioramen - Me 262 in 1:32

Schlag 11 lief der Ausstellungsbetrieb dann langsam wieder an. Besucher strömten, wobei sich dieser Strom aufgrund der sehr üppigen Platzverhältnisse schön verteilte. Irgendwann tauchte Roland auf und füllte mit seinen Modellen die letzten Lücken auf unserem Ausstellungstisch.
Im Laufe des Tages stellte sich auch so mancher User des Flugzeugforum vor, was zu einigen Aha-Effekten führte. Es ergaben sich viele nette Gespräche, so das auch dieser Tag eigentlich viel zu schnell verging. Gegen 17:00 Uhr hieß es dann Einpacken, und ab nach Hause.

Zusammenfassend kann man sagen, die Ausstellung in Oberschleißheim ist ihrem eingangs erwähnten Ruf vollumfänglich gerecht geworden. Die Präsentation von Modellbau im Rahmen altehrwürdigen Fluggerätes ist eben doch etwas anderes als die in einem Schul- oder Kongressgebäude ohne den direkten Bezug zum Original. Wir vom FFMC hatten reichlich Spaß, volle CF-Karten und freuen uns auf die nächste Ausstellung in Oberschleißheim. Ein herzliches Dankeschön für die perfekte Organisation.

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