Besuch Technisches Museum Vadim Zadorozhnogo
Region Moskau, Bezirk Krasnogorsk, Archangelsker Chaussee
August 2009

Text und Bilder Bernhard Pethe


Das Museum wurde am 12. April 2008 eröffnet. Initiator ist auf rein privater Basis Vadim Zadorozhnogo, Präsident der Russischen Gilde der Antiksammler. Er suchte 1999 eine Gruppe von KFZ- Spezialisten, die einen BMW DA3 restaurieren konnten.
Das Ergebnis war so überzeugend, dass Zadorozhnogo ein paar mehr Autos hinzufügte.
So ist über die Jahre eine Sammlung gewachsen, die im europäischen Maßstab einmalig ist und einen immensen Wert darstellt. Ursprünglich war man auf das sammeln von Automobilen und Motorräder festgelegt. Doch Russland hat mehr zu bieten und so kam man über das Aufstellen von Panzern- Kettenfahrzeugen, Artillerie, Kleinwaffen, auch zu Flugzeugen, Motoren, Hausrat, Plakate, Preise und anderen Dingen. In der Zwischenzeit wurde ein Gelände gefunden und ein stattliches Gebäude in der Parkarchitektur aus der Mitte des XIX Jahrhunderts errichtet. Dazu gehört ein moderner, großer Werkstattkomplex.


Bis heute ist eine Sammlung entstanden, die mehr als 100 Fahrzeuge zählt. Darunter eine einzigartige Sammlung von Alfa- Romeo, Vorkriegsmodelle von BMW, Horch und sowjetischer Regierungslimousinen. Glanzstück der Ausstellung ist die einzig erhalten gebliebene Panzerlimousine von Josef Stalin.
Was uns aber als Flugzeugfans viel mehr interessiert, ist die Übernahme der kompletten Sammlung aus dem damals schwer zugänglichen, privaten Jakowlew Museum. Wunderbar präsentiert und gut aufgehoben sind jetzt eine AIR-1, UTI-1, UTI-2, Jak-3, Jak-9, Jak-11, Jak-15, Jak-18, Jak-23UTI und die beiden Senkrechtstarter Jak-38 und Jak-141. Aus der gleichen Quelle stammen auch eine Jak-30 und eine Jak-32. Nur ist man hier noch einen Schritt weiter gegangen und hat diese beiden fünfzig Jahre alten Strahltrainer wieder in einen flugfähigen Zustand versetzt. Beide Maschinen wurden auf der MAKS 2009 in einem exzellenten Zustand präsentiert. Die im Außenbereich abgestellten Senkrechtstarter sind schon sehr ausgebleicht und benötigten dringend etwas Farbe. In einen guten Zustand ist ein sicher erst kürzlich erworbener Hubschrauber Mil Mi-1. Was die Sammlung noch so interessant macht, sind eine Menge alter Fotos und Windkanalmodelle aus der Erprobung moderner Jakowlew Flugzeuge. Eine übersichtliche Präsentation der bekanntesten russischen Rohrbewaffnungen, sowjetisch/russischer Luftfahrzeuge rundet den positiven Gesamteindruck ab.


Welche Flugzeuge findet man noch? Einen Replik eines Fokker Dreideckers, eine Spad XIII, eine Messerschmitt Bf 109 und eine Hawker Hurricane.
In der hauseigenen Restauration befinden sich weitere interessante Flieger.
In einer schattigen Allee findet man die Ausstellung des Heeres. Panzer, selbst fahrende Artillerie, Pak und gepanzerte Raketenartillerie sind auf Betonsockel gestellt. Die Ausstellungsstücke sind bequem über Hölzerne Gehwege allseitig erreichbar.
Das Museum gehört zum kulturellen Mittelpunkt der Region und ist ständig mit Leben gefüllt. Ein Restaurant für Mitarbeiter, Besucher und für Feierlichkeiten gehört ebenso dazu, wie ein gut sortierter Bastel - und Modellbaushop. Mir ist nur ein Nachteil aufgefallen, man kann die Flugzeuge im Museum schlecht fotografieren.
Alles in allen, ein Museum in dem man einige Stunden verbringen kann, das sein ganz eigenes Flair hat.
Es zeigt auch ganz eindrücklich, was man mit Geld im heutigen Russland machen kann. Hinter vorgehaltener Hand sagt man sich, immer noch besser, als sich eine Fußballmannschaft in England zu kaufen. Aus meiner Beschreibung ist schon ersichtlich, das man dieses Museum nur weiter empfehlen kann. In diesem Sinne kann man den Betreibern nur weiter eine glückliche Hand bei der Vergrößerung des Museums wünschen. Die Besucher werden dabei nicht ausbleiben.

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