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4. Internationale Modellbaumesse Ried/Österreich
10.-11.10.2009
Text und Fotos Bernhard Pethe

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Im zweijährigen Rhythmus findet in Oberösterreich, in dem anschaulichen Städtchen Ried im Innkreis, eine Modellbaumesse statt. In weit über 10 Jahren hat sich aus einer kleinen Modellbauausstellung mit Baracken- und Zeltcharakter sowie Warmluftgebläse, eine moderne, internationale Modellbaumesse entwickelt, die weit über die Region einen sehr guten Ruf geniest. Initiatoren waren damals in den ersten Stunden die Modellbaufreunde Ried, die auch heute noch die Fäden bei der Organisation des Plastikmodellbereiches in den Händen halten.
In und um Ried kann man preiswert übernachten, also war die Planung schnell gemacht. Leider hatte ich den Anmeldetermin verschlafen, aber Gottfried hatte mir eine last chance - eMail geschickt und Ried 2009 stand nichts mehr im Wege.
War nun die Wirtschaftskrise auch beim FFMC angekommen? Egal wie es ist, ich hatte keinen Clubkollegen finden können, der mit mir noch Ried kommen wollte. Man, und dabei ist das Benzin in Österreich so billig. Selbst meine Frau konnte ich nicht überreden mitzukommen, da unser Kater am Wochenende zum Tierarzt musste. Na gut dachte ich mir, ich bin alt genug und finde mich auch allein zurecht.
Am Freitag halb fünf aufgestanden, noch schnell einen Frühdienst gemacht und 14 Uhr Abfahrt von zu Hause. Mein drei Jahre altes, update freies Navi war schnell programmiert und zeigte 495 Kilometer in viereinhalb Stunden an. Das hätte auch fast gepasst, wenn nicht zehn Kilometer vor meinen Ziel, wegen Bauarbeiten eine fette Umleitung über die Dörfer des schönen Innviertels, Urlaubsstimmung aufkommen ließen. Ich ließ mich aber davon nicht beeindrucken und folgte unduldsam den Anweisungen der jungen Frauenstimme in dem schwarzen Kästchens. Sie haben Ihr Ziel erreicht, sagte sie kurz und ich stand vor meinem Hotel. Mittlerweile war es dunkel geworden und ich war froh, das wenigstens die junge Frau in dem schwarzen Kästchen zu mir gehalten hatte.
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Das Zimmer war schnell bezogen und so hatte ich noch Zeit zur Messe zu fahren um meinen Tisch aufzubauen. Der Tag war so gut wie gelaufen aber nun passierte mir, ich sage es ungern schon zum zweiten mal der absolute Supergau. Nein, ich bin nicht gestürzt und habe alle Modelle zerschlagen, nein beim ausladen habe ich den Autoschlüssel im Kofferraum liegen gelassen. In dem Moment, als ich den Kofferraumdeckel zuschlug, wusste ich, Bernhard, jetzt hast Du einen Fehler gemacht. Warum wusste ich das nicht zwei Sekunden vorher? Unser Gehirn ist eine großartig konzipierte Rechenmaschine, aber ich habe manchmal den Verdacht, das es falsche Prioritäten setzt. Der ÖAMTC war dank der Hilfe von Gottfried schnell herbeigerufen und schon nach 10 Minuten hatte ich meinen Schlüssel wieder und der ÖAMTC war um 110 € reicher. Meinen Frust spülte ich dann im Hotel mit zwei drei Bierchen weg wobei ich dann noch mit Modellkollegen aus Schleißheim ins Gespräch kam.
Der Samstag war dann doch sehr stressig. Überblick verschaffen, Fotos machen, Händler checken und auf meinen Tisch aufpassen. Zwei große neue Hallen waren allein für den Plastikmodellbau reserviert. Modellbau vom Feinsten in allen Facetten. Neben den Präsentationen der breiten Palette des Plastik- und Kartonmodellbaus, des RC- Bereichs und der Modelleisenbahnen standen die Vorführungen der Indoor- Flieger, der Modellflieger der Union Lohnsburg und der RC- Cars mit Spitzenfahrern aus Oberösterreich im Mittelpunkt des allgemeinen Publikumsinteresse. Die elf ausgestellten Modelleisenbahnen, darunter die 400 m² Modulanlage der 160er aus Wien und der NFC München wurden ebenso bestaunt wie die Vorführungen der IG Rad und Kette und der Modelltruckerfreunde aus der Schweiz. Nach ersten Auswertungen der Messeleitung kann man davon ausgehen, dass rund 14.000 Besucher in zwei Tagen, die zweitgrößte Modellbaumesse Österreichs besucht haben.
Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass nicht nur Besucher aus nahezu allen Bundesländern, sondern in einem verstärkten Maße auch aus Deutschland sowie Fachbesucher aus ganz Mitteleuropa nach Ried kamen. Modellbauclubs aus Tschechien, Ungarn, Italien, Schweiz und Deutschland sorgten für den internationalen Flair der Messe. Für die Aussteller gab es in der neuen Halle 18, Kaffee und Kuchen zum kleinen Preis. Das gesparte Geld konnte man dann gleich bei einem der vielen Händler los werden. Bausätze bis zu Decke, nur gut das da immer eine Leiter dabei stand. Am Samstag musste auch die Modelle eingereicht werden, denn es ging um den AUSTRIAN MODEL MASTER 2009. Ein gemütliches Beisammensein im Kreise der Aussteller schloss den Tag ab.
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Am Sonntag war rechtzeitiges Erscheinen wichtig, da es um eine günstige Parkposition zum Einladen am Abend ging. Schön, wenn die Hallen Früh noch leer sind und die ersten Sonnenstrahlen durch das Oberlicht fallen. Wenn dann die Tore geöffnet wurden, war die Ruhe vorbei und die Menschenmassen durchströmten die Halle 18 und anschließend die 17. Bewusst oder Zufall, es mussten alle Besucher erst mal am Plastikmodellbau vorbei, bevor es zu den Modellbahnen und den Funktionsmodellbau ging. Übrigens, die Halle 17, baulich etwas flacher als die anderen, war viel zu warm. Die Klimaanlage war wohl gar nicht in Betrieb. Den Modellen machte dies nichts aus, nur der Umsatz an den Getränkeständen profitierte davon. Um Gottes Willen, ich unterstelle da keine Absicht. In der gleichen Halle war dann auch das Bastelangebot für die Kleinen, welche sehr gut angenommen wurde. Ich habe die Eltern, oder Oma und Opa bewundert, mit welcher Geduld und einer Schweißperle auf der Stirn, sie die Bauanleitungen studiert haben um dem Nachwuchs da ein Erfolgserlebnis zu vermitteln. Die fachliche Anleitung hätte da durchaus besser sein können. Auch die Workshops an beiden Tagen wurden gut besucht und fanden guten Anklang. Der Wettbewerb fand dann auch seinen Austrian Model Master, der nach Deutschland ging. Viele Kategorien waren nicht oder nur mäßig belegt, so das es hier keine Wertungen gab. Als Vorschlag meinerseits, warum wird keine Kategorie für den wiederauflebenden Kartonmodellbau geschaffen? Wo er doch repräsentativ sehr gut vertreten war und es mittlerweile wunderbare Modelle gibt.
Diese Gedanken kamen mir dann auf der Heimfahrt, als gerade meine virtuelle Begleiterin in den schwarzen Kästchen mal nicht zu sagen hatte. Oder war sie eingeschlafen? Nein, war sie nicht und schickte mich punktgenau von der Autobahn runter und das letzte Stück nach Hause.
Tja, was bleibt noch zu sagen? In zwei Jahren ist wieder Ried und mal sehen, was bis dahin die Zeit so bringt. Ach ja, und unserem Kater Tommy geht es dank Tierarzt und der Pflege meiner Frau auch wieder gut.
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