Vor ca. 10 Jahren war ich das letzte Mal im Flugplatzmuseum Cottbus (FPMC). Es war also Zeit, dem Museum und der sehr engagierten Besatzung mal wieder einen Besuch abzustatten. Es mit der alljährlichen Ausstellung zu kombinieren, bot sich terminlich an. Zunächst fällt auf, das die gesamte ausgestellten Kfz-Technik etwas beiseite gerückt wurde. Auf der so freigewordenen Fläche befinden sich jetzt die Hubschrauber, die sehr großzügig verteilt werden konnten. Ein Fotografieren aus allen möglichen Blickwinkeln ist somit recht einfach. Die Flugzeuge stehen jetzt im vorderen Teil des Geländes und sind ebenfalls sehr gut zugänglich. Das Interessanteste ist natürlich der Restaurationsbereich. Der Star war eine frisch eingetroffene MiG-21 F13 aus tschechischen Beständen. Ein Blick ins Cockpit zeigt einen sehr guten Erhaltungszustand. Die Aufarbeitung ist in vollem Gange. In den Garagen lagern weitere Schätze des Museums. Als erstes natürlich die phantastisch restaurierte Jak-11. Man möchte sie am liebsten aus der Halle ziehen und anlassen. Im Nebenraum steht das Vorderteil einer MiG-17F, die in den Farben des JBG-31 hergerichtet werden wird. Das Cockpit macht schon jetzt einen sehr guten Eindruck. Vor der Halle stehen aufgebockt die bereits fertig restaurierten und grundierten Tragflächen und harren offensichtlich der Lackierung. Weitere "Projekte" lagern in den Garagen, so dass es den Männern vom FPMC nie langweilig werden wird. Das dabei die historische Korrektheit sehr groß geschrieben wird, zeigen zum einen die bereits fertigen Exponate, und zum anderen die Gespräche mit einigen Vereinsmitgliedern. Sehr hilfreich ist hierbei ein gut ausgestattetes Archiv, in welches ich einen kleinen Blick werfen konnte.
|
Die Plastmodellbauaustellung fand wie immer im Museumgebäude statt. Hier geht es im Gegensatz zu anderen Ausstellungen etwas beengt zu, was aber der guten Laune keineswegs abträglich war. Aufgrund der kurzfristigen Entscheidung die Ausstellung zu besuchen, nahm ich Asyl bei den Leipziger Modellbauern. So konnte ich Jan helfen, den Schwerpunkt in unserem Ausstellungsraum nicht allzu weit in Richtung Militärfahrzeuge wandern zu lassen. Obwohl das richtige Schmuckstücke waren. Bedingt durch die sehr dezentrale Lage des Museums und der begrenzten Platzverhältnisse treffen sich hier zumeist Aussteller aus der Region. Das ist aber kein Nachteil. Einige von denen sieht man sonst eher selten. Als Beispiel sei mal Hilmar Müller mit seiner 1:72er NVA Vorstartlinie erwähnt, die vor allem auch thematisch natürlich hierher passt. Wie eng das Museum und die Aussteller harmonieren zeigte der erste Rundgang durch die vielen kleinen Räume. In fast jedem stand mindestens ein Modell einer MiG-21. Ganz so wie bei den vom Museum ausgestellten Exponaten. Von keinem Flugzeugtyp gibt es hier mehr Originale. Neben den vielen ausgestellten Flugzeuge gab es auch Aussteller aus dem Bereich Militärmodellbau, die zum Teil ebenfalls das Thema NVA aufgriffen. Alles in allem gab es doch mehr Modelle zu sehen, als ich mir erhofft hatte. Es ist schon erstaunlich, wie viel Platz dieser kleine Bau dann letztlich doch bietet. Ein paar Perlen seien noch erwähnt. Da wären zum Beispiel die Modelle von Bernd Schmidt. Die Attraktion war sicher die Su-22 UM3K im Maßstab 1:48. Das Modell ist aus dem FF bekannt, vieles an Details kommt aber erst bei näherer Betrachtung zum Vorschein. Daneben stand eine MiG-21, ebenfalls in 1:48 und in sehr eleganter grauer Lieferbemalung lackiert. Auch hier wurde von Bernd viel in Eigeninitiative detailliert und verbessert. Im vorderen Gebäudeteil hatten die Modellbauer aus Hoyerswerda ihren Stand aufgebaut. FF-User "WernerAir" war mir durch seine Bauberichte im Flugzeugforum ein Begriff. Nun konnte ich ihn endlich mal persönlich kennenlernen. Ohne viel Federlesen vertieften wir uns auch gleich in ein gemeinsames Interessengebiet - MiG-21 (was sonst). In einem der hinteren Zimmer gab es die durch einen Baubericht aus dem FF ebenfalls schon bekannte MiG-29 in 1:72. Auch hier entsponn sich gleich ein interessantes Gespräch. Ich kann nur hoffen das FF-User "Dani" noch weitere Austellungsbesuche als Aussteller folgen lässt, die gezeigten Modelle hätten es verdient. Daneben stand der heimliche Star der Ausstellung - die Il-76 im Maßstab 1:72 von FF-User "497.BAP". Der zugrundeliegende Bausatz ist aus der AMonster-Serie von AModel. Wenn man den Bausatz kennt, kann man nur den Hut ziehen. Nicht nur, dass das Modell fertig gebaut ist, nein es ist auch in hervorragender Qualität erstellt. Der Stand der Berliner (Modellbauclub "Hans Grade") kam ganz ohne MiG-21 aus. Und wieder war es ein bekannter FF-User, dessen Modelle ich erstmals live sehen konnte. "Bart II" zeigte einige 72er Jäger von vor 1945. Jak-9, Fw 190 (als sowjetische Beute) und La-7 waren erstklassig gebaut und präsentiert.
Den Höhepunkt des Tages bildete der CPFWWW (CottbuserPlastFlugzeugWeitWurfWettbewerb). Inzwischen zur Tradition geworden, maßen sich wieder verschiedene Teilnehmer im Weitwurf von mit viel Liebe gebauten Modelle - nur um sich letzten Endes hinter dem Seriensieger "WernerAir" einzusortieren. Gerald gewann mit so deutlichem Abstand, dass es mich wundert, das hier überhaupt noch jemand antritt. Wie dem auch sei, mir ist das Werfen von Modellen äußerst suspekt. Meiner Kamera offensichtlich auch, da diese bei Beginn des Wettbewerbs ihren Dienst quittierte.
Fazit Ein dreifaches "Hurra" den Männern und Frauen vom Flugplatzmuseum Cottbus, mit welchen Mitteln hier Museumsarbeit geleistet wird ist aller Ehren wert. Die Ausstellung ist ein Highlight im Osten, und die Anreise auch von weiter her Wert. Wir vom FFMC waren wie immer dabei. Ich denke, daran wird sich auch zukünftig nicht viel ändern - und nicht nur weil auch wir diesen oder jenen Fan von MiG-21 in unseren Reihen haben.
|