Berlin Air Show ILA 2010
8.-13.Juni 2010 Berlin

Text und Bilder Bernhard Pethe


100 Jahre ILA hieß das Jubiläum. Konnte dieses Ereignis dem im Vorfeld hoch gesetzten Ansprüchen gerecht werden? Glaubt man den offiziellen Presseverlautbarungen, dann ist der Erfolg mit Zahlen dokumentiert. So hat die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ihren Stellenwert auch in diesem Jahr wieder unterstrichen und präsentierte sich der Fachwelt und dem Publikum als eine High Tech- Branche, die zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts zählt. Mit der größten Beteiligung in der über 100jährigen Geschichte der ILA zeigten 1.153 Aussteller aus 47 Ländern eine eindrucksvolle Leistungsschau an Produkten und Dienstleistungen aus allen Bereichen der Aerospace-Industrie. Bei den Besuchern wurde mit 235.000 ein weiterer Rückgang zu den letzten Jahren registriert. Die Anzahl der Fachbesucher erhöhte sich im Vergleich zur letzten ILA leicht auf 125.000. Verträge und Geschäftsvereinbarungen im Gesamtvolumen von mindestens 16,5 Milliarden Dollar wurden während der Messe unterzeichnet. Der größte Auftrag kam von der Fluggesellschaft Emirates, die bei Airbus 32 Flugzeuge des Typs A380 zum Listen-Gesamtpreis von rund 11,5 Milliarden Dollar bestellte. Diese Geschäftsvereinbarung stellt nach Airbus-Angaben die größte Einzelbestellung in der Geschichte der zivilen Luftfahrt dar. Knapp 300 Fluggeräte wurden am Boden und in der Luft präsentiert. Star der diesjährigen ILA war zweifellos der Militärtransporter A400M, der aber nur zu den Fachbesuchertagen zu erleben war, da die Termine für die weitere Erprobung Vorrang hatten. Weitere Premieren hatte der mit modernster Avionik ausgestattete Transporthubschrauber CH-53GA (German Advanced) sowie die DLR-H2 Antares, das weltweit erste bemannte Flugzeug, das durch seinen Brennstoffzellenantrieb völlig CO2-frei fliegt.

Der Vorsatz, Luftfahrzeuge aus 100 Jahren Luftfahrtgeschichte zu zeigen kann wohl als erfüllt betrachtet werden, wenn gleich europäische, parallele Flugveranstaltungen hier mehr nicht zuließen. Das völlige fehlen aktueller Osteuropäischer Militärflugtechnik wurde von vielen Besuchern kritisch bedauert und kann durchaus auf die rückläufigen Besucherzahlen durchgeschlagen haben. Der Brückenschlag und die kooperative Verbindung dieser ILA zum Osten, wurde diese Messe nicht mehr gerecht.

Immer wieder sehenswert, die "Patrouille Suisse", auch wenn deren Programm den deutschen Sicherheitsbestimmungen angepasst war. Die Flugvorführungen und Abnahmeflüge litten in diesem Jahr wieder sehr an der nur einen vorhandenen Start- und Landebahn des im Bau befindlichen BBI (Berlin Brandenburg International). Erst kurz vor Eröffnung wurde der Weg für die ILA 2012 frei gemacht, die ihren Standort weiter in Berlin behalten wird und glaubt man den Berechnungen eines unabhängigen Marktforschungsinstitutes, generiert die ILA einen Kaufkraftzufluss von etwa 190 Millionen Euro für die Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg. Man kann also davon ausgehen, das eine solche Luftfahrtveranstaltung dann mal wieder ihre "eigene" Piste während dieser Zeit bekommen wird.

Man wird gespannt sein, den die nächste ILA findet dann vom 12. bis 17. Juni 2012 auf dem neuen Messegelände im Westteil des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg International (Schönefeld-West) statt.

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