Museum der Luftstreitkräfte - Moskau Monino 2011
Moskau im August 2011

Text und Bilder Jan Himmelreich


Schlägt man ein Typenbuch über Flugzeugtypen auf, die in der ehemaligen Sowjetunion konstruiert worden sind, stolpert man unweigerlich und mit ziemlicher Sicherheit über Bilder aus dem Museum Monino bei Moskau. Darüber hinaus gibt es unzählige Veröffentlichungen über die Sammlung am Stadtrand von Moskau. Im Rahmen meines Moskaubesuches hatte ich nun die Möglichkeit, dieses Museum zu besuchen.

Mit viel Adrenalin im Blut und großen Erwartungen ging es dann bei bestem Sommerwetter ins Museum. Nicht zuletzt wegen oben genannter Fakten und der Menge der Exponate soll und kann dies keine Auflistung der ausgestellten Typen und Technik sein, sondern ist vielmehr einfach ein Erlebnisbericht.

Betritt man das Gelände, wo man schon von außen große Rotoren und Leitwerke sieht, ist man sich nicht im Klaren, ob man dies hier alles mit einem Besuch verarbeiten kann. Die Menge der Flugzeuge und Hubschrauber beeindruckt im Ganzen, wie auch in der Typenvielfalt. Diese reicht von Prototypen bis hin zu Einzelstücken und Einsatzmaschinen, die bei der Aeroflot und den Luftstreitkräften flogen. Auf der bei meinem Besuch gepflegt erscheinenden Anlage kümmerten sich Mitarbeiter um die Ordnung und Sauberkeit. Ehemalige Piloten führten Besuchergruppen im Gelände herum und erzählten ihre Geschichten und die der Exponate. Bei den auf der großen Freifläche stehenden Flugzeugen hatte ich den Anschein, dass es das derzeitige Ziel des Museums ist, den Istzustand der Flieger zu erhalten. Leider stehen viele dieser Seltenheiten eng an eng, so dass man ganz schön zu tun hat, günstige Fotopositionen zu finden. Gerade bei den Großflugzeugen ist dies sehr schwer. Etwas stiefmütterlich werden noch die Hubschrauber behandelt, die auf engstem Raum zwischen 2 Hallen zusammengestellt sind. In einer dieser konnte man die Anfänge der Sowjetluftfahrt mit Originalen und Repliken bestaunen. Diese noch im alten Stil gehaltene Abteilung des Museums wird es bestimmt nicht mehr lange geben. Eine neue Halle ist entstanden. In dieser befinden sich die Exponate des großen vaterländischen Krieges. Von der Art der Präsentation her, braucht sich diese Halle mit ihren hervorragend erhaltenen und gepflegten Flugzeugen nicht vor den Museen wie ich sie in Duxford, Hendon oder Prag-Kbely erlebt habe, zu verstecken. Die große Baustelle für eine 2. neue Halle lässt hoffen, dass irgendwann die gesamte Sammlung bezüglich der Präsentation und Zustand der Exponate an internationalen Standard herankommt. Von den Exponaten her, ist diese eh schon einmalig. Was mir im Nachhinein auffiel, ist der Umstand, dass in dieser Sammlung doch eine Reihe von Flugzeugtypen und deren wichtige Varianten oder Sonderbauten fehlen. Vielleicht sind diese eingelagert? Angesichts des in Chodinka vor sich hingammelnden Prototypen der MiG-23B oder auch der T-10-20 (Su-27 Langstrecken-Rekordler) beschleicht einen beim Gedanken an den Verbleib solcher Exoten ein ungutes Gefühl. Ein Buran steht im Gorkipark. Hier gehören diese hin, wie sicherlich so vieles mehr. Aber in diesem Riesenland ticken die Uhren anders. Viele Flugzeugfans aus aller Welt werden die Entwicklung in diesem Museum weiterhin beobachten.

Alles in Allem ein Besuch, der sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Jeder Fliegerfan, der die Möglichkeit bekommt, sich das Museum anzusehen, sollte diese nutzen und dafür andere Reize, die Moskau zu bieten hat, hinten anstellen.

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