50 Jahre Luftwaffe - Tag der offenen Tür Laage 
19. August 2006


Bericht und Fotos von Kai Röther

Die Bundesluftwaffe lud ein, um den Geburtstag gebührend zu feiern. Gekommen waren viele. Ein ganze Reihe ausländischer Gäste reiste zum Feiern mit standesgemäßem Fluggerät an. Als da wären Mirage aus Frankreich, Alphajets aus Portugal, Hornet aus der Schweiz, F-16 aus Dänemark, Türkei, Holland und Belgien, F-15 und A-10 aus USA (eigentlich aus Deutschland), MiG-29UB aus Ungarn, F-5 aus Österreich. Weitere Gäste kamen aus Dänemark, Norwegen. Ich habe bestimmt etwas vergessen. Über einen Gast habe ich mich persönlich besonders gefreut - eine Su-22 aus Polen. Diesen Flugzeugtyp in Laage zu sehen, ist aus historischer Sicht etwas besonderes. Waren doch zu NVA-Zeiten hier die Geschwader JBG-77 und MFG-28 
beheimatet, welche beide mit diesem Muster ausgerüstet waren. Aber um die NVA ging es an diesem Tage nicht, also zurück zum Jubilar. Die Luftwaffe zeigte eine breite Palette der ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftigen Ausrüstung. Von MiG-29 über Phantom, Tornados bis Typhoon und A-310 Medevac, um nur einiges zu nennen. Das Flugprogramm stellte exklusiv die Bundesluftwaffe. Gezeigt wurde ein Evakuierungsszenario, wie es heutzutage überall auf der Welt realistisch werden könnte. Nach einer beeindruckenden Startphase von ca. 20 Minuten begann die Übung Snap 06. Eröffnet wurde das Geschehen durch einen schnellen Überflug einer E3A, welche über dem Platz in einen Steigflug überging. Danach wurde der Marschflug zum Einsatzgebiet dargestellt. Vier Tornados überflogen den Platz, von denen zwei ein Budy-Budy Tankmanöver simulierten. Der eigentliche Einsatz begann mit dem Herstellen der Lufthoheit 
durch zwei Typhoon gegen eine Phantom. Anschließend machte der MRCA (Multiroll Combat Aircraft) Tornado seinem Namen alle Ehre, die gesamte Einsatzpalette dieses Musters wurde gezeigt. Beginnend mit Fotoüberflügen von Recce's des AG-51, über simulierte Niederhaltung gegnerischer Luftabwehr mit ECR-Tonis aus Lechfeld bis zu klassischen Bombenwürfen (natürlich simuliert) von Tornados aus Büchhel beeindruckte dieses Muster. Im Anschluß näherte sich durch Typhoons gedeckt eine CH-53, aus welcher Fallschirmjäger abgesetzt wurden. Diese begannen sogleich die Landezone am Boden zu sichern. Jetzt näherte sich eine Transall dem Geschehen und landete mit einem "Sarajevo-Approach". Zur Sicherung stiegen zwei UH-1 auf. In beeindruckenden Manövern kurvten die beiden Helis über der Landebahn. Die Zivilisten und Fallschirmjäger zogen sich in die Transall zurück. Die beiden UH-1 nahmen Position rechts und links hinter den Flächenenden der Transall ein. Alle drei nahmen gleichzeitig Fahrt auf. Im selben Augenblick überflogen vier Typhoons die Startenden und sorgten für Gänsehaut. Das Timig der gesamten Übung war einfach perfekt. Es schloß sich die Landephase an, während der alle beteiligten Flugzeuge in Vierer-Formation den Platz tief anflogen und zur Landung auflösten. Hervorgetan haben sich hier besonders die vier Phantoms. Sehr schön anzuschauen, die alte Dame noch mal in Ihrem Element erleben zu können. Nun hieß es warten auf die Leistungsschau des Typhoon. 

Nach einer guten Stunde wurde das Geräusch eines startenden Jets vernehmlich, ein Blick zur Runway bedeutete sich etwas zu sputen, um 
einen gescheiten Standort zu beziehen. Das Display war sehr schön anzuschauen. Zu bemerken wäre, das Display wurde von einem Bundeswehr-Piloten geflogen. 
In der Mittagspause kamen weitere Gäste, unter anderem MdB für Verteidigung Jung in einer A-300 der Flugbereitschaft. Am Nachmittag wurde das Programm wiederholt. Zwischendurch blieb viel Zeit, die aufgebauten Stände und abgestellten Maschinen anzuschauen oder zu fotografieren. Für das leibliche Wohl war gesorgt, das auch zu fairen Preisen. In der großen Wartungshalle waren weitere Stände aufgebaut, die einzelne Fachrichtungen (Triebwerk, Fallschirmrettungsdienst) thematisierten. Etwas zwischen den Gebäuden versteckt war ein Zelt von der Kampfmittelbeseitigung aufgebaut. Ein wenig verdutzt war ich doch, als ich dort einen alten Schulfreund in Uniform antraf. In der Welt herumgekommen - Kosovo, Afghanistan - hatte er viel zu berichten, so nebenbei bekam ich eine Einführung in die Mittel und Verfahren der Räumung von Sprengmitteln jeglicher Art. Gespickt mit Episoden aus den zahlreichen Einsätzen gestaltete sich der Nachmittag sehr kurzweilig. 

Alles in allem war es doch ein gelungener Tag, man mußte nur verstanden haben, das der Tag keine Airshow 
war. Die Organisation diese Tages der offenen Tür war perfekt - inklusive der großen Parkplätze mit 
Busshuttle. An- und Abreise waren völlig problemlos und ohne Warterei, und das bei 120000 Leuten am 
Platz - also dickes Lob an die Veranstalter.

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