FFMC Ausflug Park des Sieges und Museum Chodinka – Moskau 29.08.2003

Bericht und Fotos von Jan Koennig

Park des Sieges – Moskau  

Eine ganz neue Metrostation – Park Pobjeda. Park des Sieges, des Sieges über die Deutschen. Die Deutschen, die im vergangenen und heute manchmal noch, nur als Faschisten bezeichnet wurden.
Kolossales Mahnmal der Geschichte, Erinnerungsstätte, Museum und Freizeitpark. 
Doch der Reihe nach. 
Die neu eröffnete Metrostation Park des Sieges glänzt in Marmor, ganz so wie in den „alten“ Zeiten. Am Ausgang erstreckt sich der kleine Aufgang zum Ehrenmal, einer Bronzestatue die die Namen und Stätten des Krieges abbildet. 
Im Halbrundbau dahinter eine Gedenk- und Erinnerungsstätte, die aber dieses mal nicht das Ziel unserer Reise ist.
Ziel ist ein Museum im südwestlichen Teil, das uns 120 Rubel Eintritt und Fotografiererlaubnis abnimmt, beim zu späten Kontrollieren stellt sich heraus, es hätten aber nur  90 sein dürfen. Da wir heute aber nicht kleinlich sind, gibts dafür ein Lächeln.
Nun erstreckt sich vor uns ein Querschnitt an Militärtechnik aus vielen Jahrzehnten.
Maulwurfartig arbeitet man sich an deutschen Panzern, sowjetischen Haubitzen, LKW und englischen Tanks vorbei zur Hauptbegierde unseres Tuns: Den Flugzeugen. 

Nein, ich habe Sie nicht übersehen,  all die (sowjetischen) Panzer, Kanonen, LKW, PKW, die gesprengte Brücke, den Zug, die Minen, ich habe Sie auch abgelichtet, aber das Interesse der Flugzeugfans trifft hier nicht immer mit dem meinigem zugleich. 

Die Luftfahrzeuge sind eng aneinandergereiht, neben den bekannten MiG´s und Mi´s stehen hier aber interessante Zeugen der Geschichte, so Li 2, LaGG 3, La 5, Jak 3, Il 2, Bf 109, Po 2, I 16 und weitere. 
Alles wirkt relativ gut gepflegt, wenn auch die Authenzität  der Farben und Tarnschemen nicht gesichert ist. Fahrwerkschächte wurden aber oftmals nachträglich geschlossen, Klappen durch „Bleche“ ersetzt.
Zumindest bemüht man sich, alles ist frisch lackiert und teilweise konserviert.

Eine wahre Schatzgrube befindet sich hinter der eigentlichen Ausstellung in abgezäunten Gebieten, hier warten viele Fahrzeuge und einige interessante Flugzeugteile (Ki 43, Ju 88) auf das, was der russische Herbst so zu bieten hat. 

Hoffen wir, die Entwicklung verläuft weiter positiv, auf dass wir diese Museum wieder empfehlen können!  

Flugfeld Chodinka – Moskau

Ständen wir an dieser Stelle vor 15 Jahren, eine Militärgefängniszelle wäre gefüllt. 
Das Flugfeld Chodinka ist sein den 20ern am Stadtrand von Moskau in Betrieb, während des Krieges starteten hier Maschinen der Moskauer Luftverteidigung, später Testflugzeuge. 
Mit der Ausbreitung der Stadt Moskau wurde das Flugfeld (Chodinskoje Polje) umrahmt von Wohnbauten, die strategisch günstige Lage verfiel zunehmends zum Spielplatz der ZSKA Sportler. 
1989 fand hier (stimmt das? Oder war das 90, ??) die erste Öffentliche Ausstellung statt die erste inoffizielle MAKS, u.a. mit Beteiligung einer Jak 141.
Der größere Teil des Platzes mit teilweise befestigten Bahnen wird heute als Go Cart Bahn und als Tummelplatz für Modellflieger benutzt. 
Im Nordwestlichen Teil sammelten einige Enthusiasten eine beträchtliche Anzahl an sowjetischen Luftfahrzeugen zusammen. 
Anders als in bekannten Moskauer Museum Monino stehen hier aber ausgediente Einsatzmaschinen, keine Prototypen oder Sondermodelle. 
Zu Anfang der Neunziger noch schön aufgestellt, mit Schildchen und Erklärungen versehen, bietet sich heute dem Betrachter ein eher schreckliches Bild, Verfall und Vandalismus sind hier keine Fremdwörter. 
Die Existenzbedrohung kommt aber von einer anderen Seite. Da Bauland knapp und teuer ist, wurde mir vor 4 Jahren schon gesagt, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis das Gelände mit Apartmenthäusern zugebaut wäre. 
Also schnell hin und fotografiert. Denkste Puppe. „Sakruitno!“ – Geschlossen!? Warum wollte ich wissen und warum steht da ein Bus auf dem Gelände und 2 Damen werden in Pose gedreht?
Uns gelingt es, mit einem Euro Bündelchen eine Halbe Stunde Zeit zum Fotografieren herauszuschinden. Eine Halbe Stunde für 50 Flugzeuge? Nun, es geht, im Laufschritt, jeder Flieger von links und rechts. 
Exakt nach 29 min war der Kolja wieder da, bat uns, den Platz zu verlassen. Die Gründe sind mir noch nicht ganz klar, das Museum sei komplett geschlossen sagte er (!) es soll eine neue Ausstellung gebe, nur weiss ich nicht ob, wo und nun wirklich! 
Vor zwei Jahren durfte ich mich schon mal in Ruhe umschauen, seitdem wurden einige Maschinen vom Platz geschafft, so Jak 28, Tu 123 und Su 25.

Trotz längerer Anfahrtszeit und weitem weg zu laufen (nein, man glaubte nicht wirklich, dass ich Euch zu den Fliegern führe) bin ich trotzdem froh und dankbar, alles vielleicht noch mal ein letztes Mal fotografiert zu haben.  

Weitere Fotos auf der nächsten Seite ...

Zurück zur Übersicht

 

©2003 Flugzeugform Modellbauclub