Tour nach Krakau 
vom 11. - 14. Juni 2004

Bericht von Jan Koennig

Im Juni 2004 fanden sich 5 FFMC Mitglieder zur Sommer Fahrt nach Krakau zusammen. Ziel war das dortige polnische Luftfahrtmuseum, deren Homepage versprach einiges an Luftfahrzeugen, das nicht alltäglich sei.
Aber man muss erst mal da sein. 13 Stunden Zugfahrt und Blümchenpflücken an der Schiene, aber ein Super Hotel, gutes Essen und Trinken erwarteten uns! 


Nun aber zum Museum. 
Das "Polish Avitation Museum Krakow" liegt auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Rakowice-Czyzny. 
Ende des 18. Jh. als Herberge eines Artillerie Regiments der Burg Krakau gegründet, siedelte sich hier 1912 das Flughauptquartier an, man war noch Österreichisch. Nach Ende des ersten Weltkrieges eröffneten die ersten Postlinien von und nach Odessa und Wien, Krakow wurde nun polnisch und Rakowice der erste Flugplatz des unabhängigen Polen. Da der Platz einer der Größten wurde, erfolgte 1939 die kriegsbedingte Zerstörung, eine teilweise Reparatur und die Nutzung durch die Deutsche Luftwaffe schloß sich an. 
Nach Einnahme durch die Rote Armee übergab man den Platz rasch dem polnischen Militär, welches aber schnell in das 15 km entfernte Balice umzog. Die LOT wurde ebenfalls kurz ansässig. 1963 eröffnete das Museum, wurde mehrmals umgebaut und die Projekte für die Zukunft sind doch sehr erstaunlich. 

Das Inventar umfasst heute mehr als 100 Flugzeug, Hubschrauber und Gleiter, einige davon weltweit exklusiv hier.
Luftfahrzeuge aller Epochen werden gezeigt, Triebwerke, Ausrüstungsteile, Bewaffnungen. Ausstellungsstücke sind z.B.: Albatross C.I., Aviatik C.III, Grigoriwitsch M-15, PZL P-11c, Tu-2, RWD-13, einige MiG-15, 17, 21 und deren Lizenzmuster, Su-7, F-5 und Il-14.
Allein die Motoren- und Triebwerkssammlung umfasst mehr als 200 Exemplare, alle restauriert und ausgestellt. 
Es fehlen zwar noch einige "Das ist.." Schildchen, aber die gesamte Austellung im Innenbereich ist vorbildlich dargestellt, einige einheimische Ausstellungen sollten doch mal hier vorbeischauen und ein paar Tipps zur kostengünstigen Präsentation abschauen. 

Im Außenbereich, wo gerade fotografierfreundliche Außenwälle begehbar gemacht wurden, gibt es dagegen noch viel zu tun. Die Restauration einer MiG-17 ist abgeschlossen, die nächsten Objekte (MiG-15 UTI und TS-11 Iskra) in Arbeit. Da aber einiges an Exponaten schon fast 40 Jahre ausgestellt ist (!) offenbaren sich leider auch wenig gut erhaltene 
Stücke, der Zahn der Zeit, er nagt, hoffentlich verliert er gegen die Restauratoren!

Die Objektfülle war so überwältigend, dass wir gleich den Sonntag wiederkamen, nun ward auch jeder Fahrwerkschacht, jede angehängte Bombe, jedes Detail fotografiert. 
Nicht vergessen wollen wir die Modellbauausstellung im Museum, ein Schnitt durch die Welt des Modellbaus wird gezeigt, Bausätze, Kartons, Anleitungen, fertige und unfertige Modelle. 

Bei so viel Lobeshymnen fallen natürlich auch einige Kleinigkeiten auf, die zu verbessern sind. 
Für die ultimative Fototour fehlte jedem von uns das offene Cockpit, wenn uns auch klar ist, dass vieles nicht mehr vollständig ausgestattet ist.
Absolutes Manko war leider das komplette Fehlen von Erfrischungen, Bewirtung und "Erholungsmöglichkeiten". 
An der Kasse sind zwar 4 gut gemachte Bücher/Broschüren sowie Ansichtskarten und vereinzelte Tassen, Teller und Bausätze zu haben, das ganze Thema Merchandising steckt aber noch in der Entwicklung. 
Sei es drum, wer interessiert ist kann Dutzende Flugzeuge ansehen und Ablichten, Stunden in diesem Museum verbringen (was wir auch taten).

Krakau ist aber auch eine be- und verzaubernde Stadt mit vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten. Wir erklommen diese mehr im "Laufschritt", aber wir waren da
Zu einem gelungenem Abend gehört ein abendlicher Ausklang in einem Straßencafe, natürlich schlängelte sich die FFMC Delegation in fast alle Objekte, prüfte Essen und Trinken, studierte Verhaltensweisen und Äußerlichkeiten der zufällig vorbeilaufenden Krakauer(innen) und Touristen. 

So gingen die zwei Tage wie im Fluge vorbei, die 13 Stündige Rückreise rissen wir doch auf einer Backe ab, wir hätten auch stehen können im Zug

Es war eine sehr interessante, unnormale, spannende, wenn auch anstrengende Reise, aber absolut empfehlenswert! 

Weitere Fotos auf der nächsten Seite ...

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