Ein Besuch des Luftbrückendenkmals Frankfurt am Main
April 2005 

Bericht und Bilder von Andreas Eidner

Auf der A 5 bis zur Abfahrt Zeppelinheim, dann in Richtung Zeppelinheim und sofort, ca. 100 m weiter, in Richtung „Recreation Area“ (ist ausgeschildert) links abbiegen. Ein kleines Stück durch den Wald fahren und auf dem kleinen Parkplatz halten. Von dort in Richtung Westen zu Fuß ca. 3 Minuten Weg. Man überquert die Autobahn und kommt zum Spotterpunkt 4. Infos gibt es unter www.flugzeugposter.de/info/flughafenplan.html. Von diesem Punkt, für den keine Gebühren erhoben werden, sieht man die Flugzeuge über sich in 30 –40 m Höhe zur Landung einschweben. Gleich linker Hand daneben befindet sich das Luftbrückendenkmal.

In der Zeit des Kalten Krieges kam es zu Spannungen zwischen den einstigen Verbündeten aus der Zeit des zweiten Weltkrieges um die weitere Verfahrensweise mit Berlin. Die Sowjetunion verhängte nach der Währungsreform im Westen Deutschlands, der die Bildung der Bi- und Trizone war voraus gegangen, eine vollständige Land- und Seeblockade, um durch aushungern die Alliierten und die Berliner zum Aufgeben zu bewegen. Ziel war es die Sektoren in Berlin unter sowjetischem Kommando zu vereinigen und die westlichen Alliierten zu vertreiben. Aus Verbündeten waren Feinde geworden – der Kalte Krieg tobte.

Die Blockade Westberlins dauerte vom 20.6.1947 bis 12.8.1949. Es waren 2,1 Millionen Menschen zu versorgen. Über die Luftbrücke wurden in 16 Monaten mit 277.000 Flüge 2.300.000 t nach West-Berlin geflogen und gleichzeitig täglich 350 t in Westberlin produzierte Waren ausgeflogen, um der Arbeitslosigkeit gegensteuern zu können. Die USAF und die RAF flogen rund um die Uhr. Wasserflugzeuge landeten auf der Spree. Diese Maschinen wurden im Volksmund liebevoll „Rosinenbomber“ genannt. Sie mussten alles transportieren; Kohle, Öl, Socken, Autos und Rosinen. Tempelhof und Gatow zählten zu dieser Zeit zu den am häufigsten frequentierten Flughäfen der Welt. Eine der vielen Geschichten um die Luftbrücke ist die Aktion „Little Vittles“, bei der durch die Initiative von Leutnant Gail Halverson Fallschirmchen mit Süßigkeiten beim Landeanflug für die Berliner Kinder abgeworfen wurden. Neben Briten und US-Amerikanern flogen später auch Piloten aus Australien, Neuseeland, Kanada und Südafrika. Spätestens seit der Hilfe für Westberlin wurden aus Besatzern Schutzmächte. 
Beendet wurde die Blockade und Gegenblockade durch das Viermächteabkommen. Die Sowjetunion hatte einsehen müssen, dass die Westmächte bereit waren die Versorgung Westberlins solange wie notwendig aufrecht zu erhalten und die Westberliner bereit waren noch für eine sehr lange Zeit Einschränkungen auf sich zu nehmen. Angebote für die Westberliner in den Osten zu gehen wurden von diesen abgelehnt. Die Blockade schadete der UdSSR mehr als den Westalliierten. 

Dieses Denkmal hier am Flughafen Frankfurt am Main und der Rhein-Main-Airbase erinnert an die Zeit der Luftbrücke. Gegenstücke dazu stehen in Berlin und Wietzenbruch bei Celle. Eduard Ludwig (1906-1960) schuf das Denkmal in Berlin. Es erinnert an die 76. Opfer der Luftbrücke. Bei den 195.530 Flügen gab es mehrere tödliche Unfälle, bei denen 39 Briten, 31 US-Amerikaner und sechs Deutsche ihr Leben verloren. Es soll die drei Westalliierten symbolisieren und die Verbindung unter den drei Städten. Erbaut wurde das Frankfurter Denkmal 1985. Die Betonsteele ist mit der Berliner identisch. Der Betonbogen wurde auch „Hungerharke“ genannt. Die Inschrift besagt: „Sie gaben Ihr Leben für die Freiheit Berlins im Dienste der Luftbrücke 1948/1949“. Dann sind die Dienstgrade und Namen aller bei den Unfällen Umgekommenen verzeichnet.

Links steht eine viermotorige DC-4. 

An den Cockpitseiten steht „Rosinenbomber“.

Rechts davon steht eine zweimotorige DC-3 mit der Aufschrift „The Berlin Train“. 

Die Gedenkstätte ist durch den Zaun gut zu sehen. Öffnungszeiten am Wochenende von 10 – 18 Uhr. 

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