Monino Besuch am 22.08.2003

Bericht und Fotos von Volker H. Beyer

Der Tag begann wie jeder Tag im Hotel Ukaina. Eine Freude für jeden Darwinisten, der Sieg des Stärksten oder Klügsten bei dem Kampf, um die begrenzten Ressourcen - Sitzplätze. Der erste volle Tag unserer Reise und komplett einem Ziel gewidmet - Monino, dem zentralen Museum der Russischen bzw. Sowjetischen Luftwaffe. Das Museum ist in einem Militärsperrgebiet beheimatet - einem ehemaligen Flughafen, der von 1932 bis 1956 betrieben wurde und liegt etwa 40 Kilometer von Moskau entfernt. Ohne Übertreibung kann man wohl sagen das es das größte und beste Flugzeugmuseum in Russland ist. Gegründet 1958 und in Sowjetzeiten unzugänglich ist es seit 2001 privatisiert und wird im wesentlichen von den Flugzeugherstellern des Landes finanziert.

Nachdem wir also erfolgreich das Frühstück überlebt haben ging es mit Fahrer und Dolmetscherin Richtung Monino. Leider kann man noch nicht ohne Begleitung in das Museum und somit ist das Ganze nicht gerade ein billiges Vergnügen. Nach eineinhalb Stunden durch den zähen Verkehr Moskaus und begleitet von Fachgesprächen über russische Fahrzeugtechnik meiner Mitstreiter ("Oahh gugg mal dao - das iss hier ja wie früher" :)) erreichten wir das Mekka des Flugzeugfans. 

200 Rubel(ca. 7 EUR) kostet die Fotografier Erlaubnis - wenn die wüssten was wir gezahlt hätten – und für noch mal 200 Rubel konnte man ein Heft mit Flugzeugbeschreibungen erstehen (wobei der Preis auch scheinbar variiert - wer nach mehr Geld aussieht muss auch mehr bezahlen ;)).

Mit Führer und Übersetzerin ging es nun endlich los. Erst durch einige wenige Räume mit Modellen, Motoren und Einzelteilen, die sich mit den Anfängen der Russischen Luftfahrt befassten. Die Hangars in denen sonst noch einige Flugzeuge Standen waren geschlossen wegen Renovierung.

Danach ging es raus auf das Freigelände. Berge von Aluminium soweit das Auge reicht - und man weiß man ist am Ziel. Langsam machte sich unter den Teilnehmern Nervosität breit – unser Führer wusste zu jeder Schraube eine Geschichte zu erzählen - sehr informativ, doch leider rannte uns die Zeit davon - 150 Flugzeuge wollen Fotografiert werden. Nachdem wir den auf dem Freigelände stehenden Hangar hinter uns hatten ließen wir schweren herzens unseren Führer stehen. Mit unserer Dolmetscherin
verhandelten wir über die Verlängerung unseres Aufenthaltes, welche sich auf machte entsprechende Auskünfte einzuholen.

Für uns hieß es nun freie Jagt auf die Motive - wir stoben in alle Richtungen davon und bannten Flugzeug um Flugzeug auf Film und
Speicherchip.

Derweil kam unsere Dolmetscherin wieder mit schlechten Nachrichten. Der Fahrer müsste zeitig abfahren weil er noch andere Aufträge hätte. Das einzige was sie uns anbieten könnte war uns zu beschreiben wie wir mit öffentlichen Verkehrsmittel wieder in unser Hotel kommen. Nun ja - wir blieben also mit der wagen Hoffnung das wir das Hotel wieder erreichen würden. Aber das war in dem Moment nicht so wichtig - schließlich waren wir da wo wir hin wollten und irgendwie würden wir schon wieder nach Moskau kommen.

Nur kurz unterbrochen von einigen Flugvorführungen russischer Kunstflugteams, die offensichtliche eine Schleife für ihre Vorführung auf der MAKS flogen, wurde nun weiter abgelichtet bis kein Wunsch mehr offen war.

Nun kam die unvergessliche Rückreise. Nach 15 bis 20 Minuten Fußmarsch, vorbei an diversen Architekturwundern des Sozialismus, durch das Militärgebiet kamen wir, unbehelligt von Uniformierten, zu dem uns beschriebenen Supermarkt vor dem Minibusse in Richtung Moskau abfahren sollten. Wir hatten Glück da stand tatsächlich ein recht neuer und verkehrstüchtig aussehender Bus. Nach einigem Fragen waren wir auch sicher das dieser Bus nach Moskau fahren würde. Irgendwann kam auch der Fahrer und es ging los. 23 Rubel(80 ct) kostete die nun folgende Rallye Monino Moskau. Wie vom Teufel persönlich verfolgt jagte der Fahrer über schlechte Straßen, überholte im Gottvertrauen auch Busse in Kurven andere Fahrzeuge wahlweise links oder rechts auf der Straße oder daneben. Das Highlight war natürlich der unbeschrankte Bahnübergang - Rotes Leuchten - 10 wartende Autos - na ja was nun? Klar! Links an allen Vorbei schauen ob ein Zug kommt und rüber.

Danach kamen wir dann auch mit der Metro wieder zum Hotel und konnten uns dem Piwo (Bier) hingeben.

Abschließend kann man sagen das Monino schon alleine die Reise wert war! Selbst ohne den Besuch der MAKS sollte man über eine Tour nach Moskau nachdenken und die diversen Museen die sich mit wehrtechnischen Themen befassen abklappern.
Vorallem weil schon die erste Billigfluglinie nach Moskau fliegt.
Ohne übertreibung kann man sagen das Monino einzigartig ist und man versuchen sollte seinen Aufenhalt dort etwas zu verlängern - den die normalen geführten Touren sind entschieden zu kurz um sich wirklich alle Maschinen anzusehen.

Weitere Fotos auf der nächsten Seite ...

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