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Moson-Modellshow 2026
25.-26.04.2026 Mosonmagyaróvár (Ungarn)
Text Rolf Seyfried, Bilder Arne Goethe

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Wie passen klein und fein zu groß und toll? Zur Moson-Modellshow! Denn mit über 2800 Modellen in einem Wettbewerb ist das wohl die größte Ausstellung in Europa und das unsere östlichen Nachbarn noch gern in den kleineren Maßstäben bauen ist bekannt. So zog es uns ins Land des Paprika, um die Würze und Schärfe des Modellbaues zu genießen. Mit den heutigen Hilfsmittel findet man den Weg zum Ort und dem UFM Event- Areal leicht. Wegweiser und Ortsschilder kann man aufgrund der zahlreichen Akzentzeichen der ungarischen Schrift eh kaum lesen. Vielleicht haben die Veranstalter daher auch keine Schildchen aufgestellt, um die Westeuropäer nicht noch verlegener zu machen? Es ging alles erfrischend „unaufgeregt“ von satten. Möchte man erst sagen unorganisiert, fällt einem dann auf, dass alles einfacher zügiger und angenehmer abläuft. Eben keine dutzende Schildchen vor denen man stehen bleiben muss, um reine Verbotsschilder von Informationsschilder unterscheiden zu können.
Der Aufbau der Modelle hat sich bei großen Veranstaltung üblicherweise am Freitagabend etabliert und auch in Moson war es sehr von Vorteil schon früh damit anzufangen, denn die Plätze einiger Kategorien waren bald sehr eng. Ehrlich gesagt konnte manches Modell gar nicht mehr untergebracht werden. Der Platz für detaillierte 1:72er Flugzeuge z.B. wäre auch gern doppelt so groß gut gefüllt gewesen. Das große Karree für die Flieger-Modell der Master-Klasse war zur Hälfte für die 144er und 72er und die anderen 50% für 1:48 und größer aufgeteilt. Ähnlich sah es auch für die Modelle in der Hobby-Klasse aus. Diese Platzaufteilung wäre in westlichen Ausstellungen weit mehr zugunsten der großen Maßstäbe ausgefallen!
Da Mosonmagyaróvár nicht so sehr touristisch erschlossen ist, bietet sich Bratislva (Pressburg) gut als Übernachtungsgebiet an. Die Entfernung ist noch akzeptabel und die wenigen Hotels, um den Veranstaltungsort, sind eh schnell belegt. Zudem ist das Zentrum der alten Stadt an der Donau auch sehenswert.
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An den Veranstaltungstagen ist dann echt was los! Die kleine Stadt wirkt schon etwas Überfüllt. Gut das die Ungarn gelassen erscheinen, denn richtig nahe offizielle Parkmöglichkeiten sind etwas knapp, da kommt es gut auch mal Seitenstreifen nützen zu können ohne das der Abschleppwagen gerufen wird.
Aus allen Himmelsrichtungen treffen Aussteller, Händler und Interessierte ein und zwar schon früh morgens in einer Anzahl, die man von anderen Ausstellung zu dieser Uhrzeit nicht kennt. Viele steuern direkt die zahlreichen Händler an und wie sich dann herausstellte, war das eine gute Idee, denn so manches war rasch ausverkauft. Nur am Paprikapulver und so manchen örtlichen Spezialitäten mangelte es, bei den nicht Modellbau spezifischen Marktständen im Außenbereich, nicht. Es war eben ein oder das Ereignis für diese Gegend und jeder hatte Interesse.
Und auch schon früh konnte man die Juroren bei ihre Entscheidungsfindung beobachten. Unglaublich das man den Unterschied von der Hobby-Klasse zur Master-Klasse nicht wirklich als Klassenunterschied betiteln kann. In der Master-Klasse wurden die Exponate vom Ausstellungsplatz genommen und in allen Blickwinkeln begutachtet, um auch Winkel und Symmetrie zu begutachten. Augenscheinlich, aber auch ob der Masse an Modellen zu entschuldigen, ist die oft nicht berücksichtigte Vorbildtreue und technischen Voraussetzungen zum Original. Dennoch kann man nur bewundernd all die vielen vielen Modelle betrachten und feststellen, dass es so was bei uns, bezüglich der Masse aber vor allem der Qualität, nicht gibt. Mit fortschreitendem Tag hörte man von dem ein oder anderen, dass die Aufnahmefähigkeit ihre Grenzen gezeigt hat und man von all dem Modellbau schon erschlagen war. Eben so viel, um am letzten Tag noch bis zur Siegerehrung durchzuhalten und mit dem Bewusstsein, dass man in den nächsten Monaten so was kaum nochmal erleben darf. Am Sonntag ab 13:00 Uhr wurden alle Modelle abgebaut, denn am selben Ort und Stelle wurde die Siegerehrung vorbereitet. Und die muss man erst mal gesehen haben. Da muss man sich wiederholen, das Interesse ist da groß. Zwar nicht nur von den Ungarn und Slowaken selber, sondern auch von all den Gästen die überwiegend aus Italien der Tschechei und Polen kamen. Viele von ihnen durften mit Medaillen die Heimreise antreten. Anderen blieb nur ein Beutelchien mit Paprikapulver und die vielen vielen tollen Eindrücke. Wenn man all das so sieht, scheint unser Land in Sachen Modellbau eher wie ein Entwicklungsland zu wirken? Daher freuen wir uns auf weitere Ausstellung in den „Industriestaaten“ des Modellbaues im Osten.
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Flugzeuge 1:72
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Helicopter, verschiedene Maßstäbe
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Ziviles, verschiedene Maßstäbe
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